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Kann Geothermie in der Region sicher genutzt werden?

In der Region fühlen sich etliche Akteure von den Elsässer Projekten inspiriert Hitze und Energie des Erdkerns sind in der Region nahe, das Potential für Geothermie groß, umgesetzt wurde praktisch noch nichts: Geothermie ist seit den zerstörerischen Folgen einer misslungenen Bohrung in Staufen ein Schreck-Gespenst. Immerhin erschien Ende vergangenen Jahres auf Anregung und mit Unterstützung des baden-württembergischen Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft ein „Handlungsleitfaden Tiefen-Geothermie“. 2017 wurden klarere gesetzliche Rahmenbedingungen für die Ausbeutung geothermischer Energie geschaffen. Ganz vorsichtig traut man sich in der Region, die einst Vorreiter in Sachen erneuerbare Energien war, wieder an das Thema heran. „Zehn Jahre später ist die Technologie viel ausgereifter, und wir wollen uns wieder mit dem Thema Geothermie befassen“, sagt Klaus Preiser, Leiter der Badenova-Wärmeplus auf Anfrage. „Wir stehen aber noch lange nicht vor einer Investitionsentscheidung“. Er und seine Mitarbeiter befassen sich mit den Projekten im Elsass: „Wir lernen gerade von den Franzosen, und interessieren uns für ihre Wege zu einer erfolgreichen und sicheren Nutzung“, sagt Preiser. Denn auf der anderen Rheinseite wird ein Projekt nach dem anderen …

„Es gibt für Feinstaub keine Wirkungsschwelle“

Interview mit dem Nano-Toxikologen Dr. Richard Gminski   Was hat die Nanotoxikologie, mit der Sie sich am Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene speziell befassen, mit Feinstaub zu tun? Wir beschäftigen uns am Institut mit den möglichen Gefahren für Gesundheit und Umwelt durch winzig kleine Partikel. Dazu gehört auch der Ultrafeinstaub, der ein Teil des Feinstaubs ausmacht. Potenziell gefährlich macht den Ultrafeinstaub vor allem die geringe Größe. Die Teilchen, mit weniger als 0,1 Mikrometer Durchmesser kaum größer als ein Virus, können tief in das Lungengewebe eindringen und von dort aus sogar bis in den Blutkreislauf gelangen. Wir haben ja in Freiburg Glück: Die Werte für Feinstaub liegen meistens unterhalb der EU-Grenzwerte. Einerseits ist an den deutschen Messstationen bei Feinstaubkonzentrationen ein deutlich abnehmender Trend zu verzeichnen. Andererseits spiegeln Grenzwerte ja nicht wirklich die aktuelle Gesundheitsgefahr wieder. Bei Grenzwerten handelt es sich nämlich um politisch ausgehandelte Kompromisse zwischen ökologischen und gesundheitlichen (toxikologischen) Erkenntnissen, technisch Machbaren und gesellschaftlich Akzeptierbaren. Die Schädlichkeit kurzeitig auftretender Spitzenwerte beispielsweise ist nicht berücksichtigt. Diese können – trotz insgesamt deutlicher Unterschreitung der vorgeschriebenen Grenzwerte – …

Energie-
Versorgung: Wer zahlt?

Die Energie-Versorgung im neuen ökologischen Viertel Gutleutmatten in Freiburg ist heftig umstritten. Das Thema beschäftigt sogar das baden-württembergische Umweltministerium. Einleitend kurz umrissen die Positionen: Der regionale Energie-Versorger Badenova haben zusammen mit dem Institut für solare Energiesysteme (ISE) ein innovatives Energie-Konzept erarbeitet. Es kombiniert Solarthermie (im Sommer) mit Wärme und Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung; es wird ein Blockheizkraftwerk verwendet, das ohnehin schon in der Nähe installiert ist und das Haslacher Schwimmbad mit Energie versorgt. Soweit so ökologisch. Dass Umweltfreundlichkeit oft Geld kostet, ist bekannt. Hier kostet die Kilowattstunde Wärme aber deutlich mehr als in den Öko-Vierteln Vauban und Rieselfeld, nämlich 16,5 Cent und ist damit ca. 50% teurer. Da für alle Gebäude Anschlusszwang ans BHKW besteht, und die Verpflichtung, die Dächer der Badenova für die solarthermischen Anlagen zur Verfügung zu stellen, ist das System für Bauherren und Bewohner alternativlos. Sie sind somit der Preispolitik der Badenova ausgeliefert. Betroffen sind immerhin 1300 Bewohner, unter ihnen knapp 50% Sozialmieter. Wer dort baut, muss beim Grundstückskauf etlichen Auflagen zustimmen, darunter eben auch der Teilnahme am Energie-Konzept. Die Stadt Freiburg argumentiert, nur …